Ömer Faruk Alişan

Ömer Faruk Alişan
@omeralisan
Doktor
Malatya Fen Lisesi, Ankara Üni. Tıp Fakültesi
Rize, Fındıklı
Rize
46 okur puanı
Mart 2023 tarihinde katıldı
Die Permanenz der Performanz des Neuen überträgt die generelle Momentorientierung des Internets auf die Ebene der Fabrikation des Subjekts. Singularisierung bedeutet hier, dass in den vielseitigen Aktivitäten immer etwas Neues passiert und die Profileigenschaften im Hier und Jetzt lebendig gehalten werden. Als bevorzugte Form, in der sich das Profil-Subjekt permanent als einzigartiges fabriziert, kristallisiert sich das visuell dargestellte Erleben heraus.50 In der Chronik des Selbst schieben sich die Fotos und die Filme in den Vordergrund, deren visueller Realismus eine Unmittelbarkeit des Geschehens suggeriert. Gut geeignet für die fotografische beziehungsweise filmische Dauerdokumentation der Aktivitäten des Selbst sind Events und Reisen, aber auch die kleinen Alltagsepisoden, in denen etwas Neues oder Ungewöhnliches geschieht. Immer ist das Selbst »live« dabei (nachgewiesen unter anderem via »Selfie«). Aber nicht nur die externen Aktivitäten werden bildlich dokumentiert, sondern es geht dem Profil-Subjekt auch darum, sein subjektives Erleben für das Publikum anschaulich zu machen. Entscheidend ist: Das spätmoderne Subjekt inszeniert sich nicht nur als eines, das interessante Dinge tut, sondern das auch interessante Erfahrungen macht; unverwechselbar wird es auch und gerade durch sein besonderes Wahrnehmen und Empfinden des Besonderen. Hier kommt erneut das Moment der Authentizität ins Spiel. Authentisch scheint das Subjekt, wenn es nicht nur inszeniert, sondern sich auch als Selbst in einer Situation als »erfüllt« empfindet. Aber wie lässt sich dieser opake und flüchtige psychophysische Prozess des Erlebens für Andere sichtbar machen? Die digitalen Fotos suggerieren, ersatzweise dieses Erleben des Selbst nachvollziehbar zu machen. Die häufig alles andere als
Ömer Faruk Alişan
In letzter Instanz ist es auch hier das Publikum – die anderen Nutzer –, das durch seine Aufmerksamkeit und Wertschätzung ein Profil singularisiert – oder nicht. Das digitale Subjekt bewegt sich, wie schon gesagt, auf einem medialen Attraktivitätsmarkt ; es wird gewissermaßen selbst zu einem kulturellen Gut, das um Aufmerksamkeit und Valorisierung kämpft. Während jedoch im Kulturkapitalismus die Güter und ihr Publikum, die Konsumenten, meist voneinander getrennt sind, sind die Positionen von Produzenten und Rezipienten auf dem digitalen Attraktivitätsmarkt der Kulturmaschine austauschbar: Die Profile beobachten und bewerten sich gegenseitig.
Ne Kadar Kitap Kurdusun?
0-30p: Kontrollü okuyucu 📖 40-70p: Hafif bağımlı 👀 80p+: Geçmiş olsun, kitaplar seni ele geçirmiş 😅
Wir hatten gesehen, inwiefern sich die spezifischen Praktiken der Valorisierung, die für die soziale Logik der Singularitäten typisch sind, von der einordnenden Bewertung im Rationalismus der sozialen Logik des Allgemeinen unterscheiden. Während dort die Einheiten des Sozialen unter dem Aspekt ihres Nutzens und ihrer Funktion klassifiziert werden, wird ihnen hier ein Wert im starken Sinne, ein Eigenwert, das heißt ein nicht abgeleiteter Wert, zugeschrieben. Es handelt sich um als werthaft und wertvoll anerkannte Dinge, Objekte, Menschen, Orte, Ereignisse und Kollektive. Es ist ihre anerkannte Eigenkomplexität, die sie wertvoll erscheinen lässt. Als Träger von Wert sind sie nicht Mittel zum Zweck, sondern gewissermaßen Selbstzweck.93 Die Kultureinheiten bilden somit insgesamt eine Sphäre des Wertvollen, in der umgekehrt das Wertlose verworfen wird. Die Kultursphäre ist damit die Zirkulationssphäre dieser Werte.
Ömer Faruk Alişan
Mein Kommentar: Dass dieser Prozess von Kulturarisierung in der Türkei erst in diesem Millenium angefangen hat, erklärt warum die Gemälde, die Musikstücke usw. für meinen Vater schwierig zu valorisieren sind. Weil er ein Kind einer Zeit ist, bei der nur die Rationalisierung als eine akzeptable Weltanschauung existiert hat.
Max Weber hat dies treffend umschrieben: Die klassische Moderne der Industriegesellschaft ist im Grunde ein Prozess der tiefgreifenden formalen Rationalisierung.9 Und alle Ausprägungen dieser formalen Rationalisierung – ob in Wissenschaft und Technik, in der ökonomisch-industriellen Produktion, im Staat oder im Recht – fördern und stützen, wie ich hinzufügen möchte, eine Herrschaft des Allgemeinen. Überall ging es um Standardisierung und Formalisierung, um eine Verfertigung der Elemente der Welt als gleiche, gleichartige, auch gleichberechtigte: auf den Fließbändern der industriellen Produktion und in den Gebäuden in Serie des International Style, im Rechts- wie im Sozialstaat, im Militär, bei der »Verschulung« der Kinder und Jugendlichen, in den Ideologien und der Technik.
Ömer Faruk Alişan
Das ist aber keine Kontradiktion dazu, was Hartmut Rosa beschrieben hat: Die spätmoderne Welt erzielt, den Resonanzraum zu vergrößern und zwar ist die Wahrscheinlichkeit einer Resonanzerfahrung durch die Erweiterung der k neuen Erfahrungen zu steigern, was Rosa meinte ist, dass eine Resonanzerfahrung aber unmöglich ist, wenn diese Begegnungen vorher berechnet oder ausführlich geplant sind. Deswegen habe ich das Gefühl, was der Autor hier meinte eine ähnliche Konzeption dazu, was Rosa unter die umfunktionellen gesellschaftlichen Veränderungen beschrieben hat. Also, wir haben versucht, den Resonanzraum zu vergrößern aber die von uns dafür veränderte Weltanschauung hat die Wahrscheinlichkeit der Resonanzerfahrungen nur vermindert. Also nach der Industrialisierung, nach einem Punkt, war es für uns nicht ausreichend, mit dem Durchschnittlichen befriedigt zu werden, mit den Standardisierten in einer Resonanzbeziehung zu treten. Deshalb, um die Wahrscheinlichkeit solcher Erfahrungen zu steigern, haben wir versucht, Singularitäten und Einzigartigkeiten herzustellen. Worauf Rosa sich fokussiert ist die Gründe, warum es uns nicht gelungen ist.