Die Ängstlichen werden ihre eigene Entwicklung bremsen und die der anderen sabotieren. Die Selbstsicheren werden ihre Kräfte verschleiern und insgeheim ihre Arbeit beschleunigen.
Wir kommen also zu dem Schluss, dass es gesellschaftlich bedingt ist, ob etwas bewusst [VI-327) oder unbewusst ist.
Ich bin mir all meiner Gefühle und Gedanken bewusst, die den dreifachen Filter der (gesellschaftlich bedingten) Sprache, der Logik und der Tabus (Gesellschafts-Charakter) passieren dürfen. Empfindungen, die nicht durch den Filter gehen, bleiben außerhalb des Bewusstseins; das heißt, sie bleiben unbewusst.
Das Bewusstsein als solches ist daher nichts Erstrebenswertes. Nur wenn die verborgene Wirklichkeit (die unbewusst ist) enthüllt wird und daher nicht mehr verborgen (d.h. bewusst gewor-den) ist, ist etwas Wertvolles erreicht worden. Wir werden an anderer Stelle auf dieses Thema zurückkommen. Jetzt möchte ich nur betonen, dass das meiste von dem, was unser Bewusstsein enthält, ein „falsches Bewusstsein" ist und dass es im wesentlichen die Gesellschaft ist, die uns diese Fiktionen und unrealistischen Vorstellungen eingibt.
Die meisten der sogenannten „psychologischen Probleme" sind nur sekundäre Folgen seiner fundamentalen „Antwort", und es ist daher ziemlich (vi-316) nutzlos zu versuchen, sie zu „heilen", bevor man nicht diese fundamentale Antwort - das heißt, seine geheime, private Religion - verstanden hat.