Da ist kein Gedanke an Ich und Du mehr - alles ist Leere, der Gegner, du selbst, das gezückte Schwert und die schwert-führenden Arme, ja sogar der Gedanke der Leere ist nicht mehr da. Aus solcher absoluten Leere entspringt die wunderbarste Entfaltung des Tuns.
Als BUKKO KOKUSHI, der Gründer des Engakuji, noch in China weilend, von einer Mongolenhorde mit dem Tode bedroht war, da sprach er von „dem Blitz, der den Frühlings-wind entzweischneidet".
Das Schwert, das der Yüan-Krieger über ihm gezückt hielt, erschien ihm nicht anders als ein Blitzstrahl. Dass ihn einer ermorden wollte, das berührte ihn selber nicht mehr als der sanfte Frühlingswind, der ihn umwehte. Das Schwert, das sein Leben bedrohte, galt ihm für nichts, der Mensch, der ihn erschlagen wollte, galt ihm für nichts, das sogenannte Ich, das im Begriff war, ausgelöscht zu werden, galt ihm ebenso für nichts.
In diesem Spiel der Leere gab es kein Herz, das angehalten, keine Stelle, an der es eingehalten wurde. Der Blitz zuckt, der Wind weht, das Schwert fährt nieder, der Mensch stürzt, und die Leere bleibt, was sie von Ewigkeit war.
Dasselbe kann man auch von der Tanzkunst sagen. Du nimmst einfach den Fächer in die Hand und stampfst mit den Füßen auf, indem du dich umherbewegst. Sowie du aber von dem Gedanken besessen bist, wie du deine Arme und Beine richtig und wirksam bewegen sollst, so ist dein Herz festgehalten, und dein Tanz ist verdorben. Vollkommene Hingabe bedeutet ein vollkommenes Vergessen des Ich und aller Dinge, die mit ihm zusammenhängen.
-Takuan, Brief über die Schwertkunst