Geschieht wohl, daß man einen Tag Weder sich noch andre leiden mag, Will nichts dir nach dern Herzen ein; Sollts in der Kunst wohl anders sein? Drum hetze nicht zur schlimmen Zeit, Denn Füll und Kraft sind nimmer weit: Hast in der bösen Stund geruht, Ist dir die gute doppelt gut.
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Gott sandte seinen rohen Kindern Gesetz und Ordnung, Wissenschaft und Kunst, Begabte die mit aller Himmelsgunst, Der Erde grasses Loos zu mindern. Sie kamen nackt vom Himmel an Und wußten sich nicht zu benehmen; Die Poesie zog ihnen Kleider an Und Keine hatte sich zu schämen.
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Kunst anstatt Religion
Die Kunst berührt und bewegt den modernen Menschen als Rezipienten im Innersten seiner Seele wie nichts anderes – und sie gebietet ihm als Produzenten, das heißt als Künstler oder Kunstschaffendem, indem sie ihre eigene Gesetzmäßigkeit gegen alle instrumentelle, politische oder ökonomische Vernunft geltend zu machen vermag. Aus dieser Kraft, aus diesem Gebot und Anspruch der Kunst emergiert der Kreativitäts- und Originalitätsimperativ der Moderne, der, den religiösen Geboten früherer Epochen durchaus vergleichbar, die (spät-)moderne Subjektivität in allen Poren durchdringt. [66] Ästhetische Resonanzfähigkeit ist auf diese Weise als kollektiv verbindliche Forderung an die gesellschaftliche Stelle religiöser Resonanzfähigkeit getreten.
Schule
Aus dieser Perspektive ist dann auch nicht mehr überraschend, dass die mit den zentralen vertikalen Resonanzachsen der Moderne verbundenen Praxisfelder – das Musikmachen, das Singen in Chören, Museumsbesuche, Wandern, Naturschutz, kirchliches Engagement und politische Partizipation – ein eindeutiges bildungsbürgerliches Bias aufweisen: Natur, Kunst, Religion und Politik sind für die Bessergebildeten eindeutig attraktiver als für Menschen mit niedrigem Bildungsstatus.
Fromm betont, dass das noch nicht Liebe ist, was in der Verliebtheit erlebt wird, dass Frau und Mann von Gefühl und Leidenschaft erfasst werden und sich diesem Sog nicht mehr entziehen können. Liebe passiert nach Fromm nicht "von selbst". Liebe ist bewusste Aktivität, ist schöpferische Produktivität, Liebe ist vor allem Hingabe, aus der Mitte meiner Existenz heraus. Sie widerfährt uns daher nicht einfach, sondern sie ist eine bewusste Entscheidung, bedeutet darum auch bewusst eingegangenes Risiko und Wagnis. Und weiter: zur Liebe gehören auch Fürsorglich-keit, Verantwortung für den Geliebten, Achtung vor dem anderen und "Erkenntnis", womit Fromm meint "Den anderen in seiner Realität wahrnehmen können", also das, was ich "Einfühlungsvermögen" nennen würde. Darum vor allem nennt F. die Liebe eine Kunst, und diese Kunst verlangt - wie jede Kunst - Arbeit, um sie zu erlernen. Zu dieser Arbeit zählt er zum Beispiel Disziplin, Konzentration, Geduld und Mut. -Hans Jellouschek
Nach Erich Fromm ist die Liebe eine Kunst – ein Handwerk!
Hier beginnt die Liebe eine Kunst zu werden. Eine Kunst, die wir erlernen können und auch müssen, wenn wir sie aufrecht erhalten wollen. Die Liebe entsteht nicht aufgrund des Objekts – sie entsteht nicht, weil unser Objekt der Begierde, der Partner, auftaucht. Sie entsteht aufgrund einer Fähigkeit. Der Fähigkeit, zu lieben. Und diese Fähigkeit müssen wir erlernen. In der Theorie und in der Praxis. Genauso wie jede andere Fertigkeit. -psy-on.de