Fromm betont, dass das noch nicht Liebe ist, was in der Verliebtheit erlebt wird, dass Frau und Mann von Gefühl und Leidenschaft erfasst werden und sich diesem Sog nicht mehr entziehen können. Liebe passiert nach Fromm nicht "von selbst". Liebe ist bewusste Aktivität, ist schöpferische Produktivität, Liebe ist vor allem Hingabe, aus der Mitte meiner Existenz heraus. Sie widerfährt uns daher nicht einfach, sondern sie ist eine bewusste Entscheidung, bedeutet darum auch bewusst eingegangenes Risiko und Wagnis. Und weiter: zur Liebe gehören auch Fürsorglich-keit, Verantwortung für den Geliebten, Achtung vor dem anderen und "Erkenntnis", womit Fromm meint "Den anderen in seiner Realität wahrnehmen können", also das, was ich "Einfühlungsvermögen" nennen würde.
Darum vor allem nennt F. die Liebe eine Kunst, und diese Kunst verlangt - wie jede Kunst - Arbeit, um sie zu erlernen.
Zu dieser Arbeit zählt er zum Beispiel Disziplin, Konzentration, Geduld und Mut.
-Hans Jellouschek