Da belehrte man mich, daß es für den Europäer aussichtslos sei, in dieses für ihn wohl fremdeste Bereich ostasiatischen Geisteslebens einzudringen es sei denn, daß er mit der Erlernung einer der japanischen Künste beginne, die mit dem Zen in Beziehung stehen. Der Gedanke, eine Art von Vorschule durchlaufen zu müssen, schreckte mich nicht ab. Zu jedem Zugeständnis fühlte ich mich bereit, wenn nur die Hoffnung winkte, mich schrittweise dem Zen zu nähern.
Meine Gedanken: Durch das immer wiederholte ausführen einer bestimmten Routine, kann der Mensch in Verbindung mit sich selbst treten. Daher ist die Kunst wichtig, mit der man sich beschäftigt. Beim Bogenschießen, beispielsweise, wiederholt man jede Bewegung und schließt ab, mit dem Hier und Jetzt und begegnet sich selbst. 
Wie warnend steht vor ihm die Erinnerung an einen der größten Meister, der auf die Frage, was denn das Zen sei, unbewegt schwieg, als habe er sie gar nicht vernom-men. Und da sollte der Zenist in die Versuchung kommen, über sich selbst, über das, was er weggeworfen hat und nicht mehr vermißt, Rechenschaft abzulegen?
Solche Beschreibungen des Weges und seiner Stationen fehlen nun aber im zenistischen Schrifttum nahezu völllig … Nicht weniger entscheidend aber ist für ihn andererseits, daß seine Erlebnisse, Überwindungen und Wandlungen, so lange sie noch die „seinigen" sind, immer wieder von neuem überwunden und gewandelt werden müssen, bis all das Seine vernichtet ist. Denn so erst wird die Basis für Erfahrungen gewonnen, die, als „allumfassende Wahrheit", ihn zu einem Leben erwecken, das nicht mehr sein alltäglichpersönliches Leben ist. Er lebt, indem nicht mehr er es ist, der lebt.