„Aus dem Zweite Weltkrieg und
dem Holocaust sind als Lehren der Geschichte Kategorien wie Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Menschenrechte und die Genozid-Konvention hervorgegangen, die allerdings erst nach 1990 auch politisch umgesetzt wurden. 1939 konnte Hitler noch prahlen: «Wer spricht heute noch von den Armeniern?» Er hatte erlebt, dass der Genozid an den Armeniern von 1915 vergessen und geleugnet worden war, und wusste sich darum beim Genozid an den Juden vor Strafe und globaler Ächtung geschützt. Heute sprechen wir noch von den Juden, aber nicht nur von ihnen, sondern auch von den Sklaven, von den Kolonisierten und von den indigenen Ureinwohnern, an denen bis in die Gegenwart hi- nein Verfolgungen, Massaker und Repressionen verübt wur- den und werden. Wir haben inzwischen einen transnationalen moralischen Maßstab und einen Internationalen Gerichtshof in Den Haag, der Recht und Unrecht jenseits dessen bewertet, was von einzelnen Regierungen festgelegt wird“.