Civaknas

Die Mannigfaltigkeit der philosophischen Erscheinungen ist ausserordentlich. Die Upanischaden würden gedacht in die indischen Dörfern und Wäldern, abseits von der Welt in Einsamkeit oder innigem Zusammenleben von Lehrer und Schüler, Kautilya dachte als Minister, der ein Reich gründete, Konfuzius als Lehrer, der seinem Volke die Bildung und die wahre politische Wirklichkeit zurückbringen wollte, Plato als Aristokrat, dem die ihm seiner Herkunft nach bestimmte politische Tätigkeit in seinem Gemeinwesen wegen dessen sittlicher Verwahrlosung unmöglich schien, Bruno, Descartes, Spinoza als auf sich gestellte Menschen, die im einsamen Denken die Wahrheit für sich entschleiern wollten, Anselm als Mitbegründer kirchlicharistokratischer Wirklichkeit, Thomas als Glied der Kirche, Nicolaus Cusanus, der Kardinal, in Einheit seines kirchlichen und philosophischen Lebens, Macchiavelli als gescheiterter Staatsmann, Kant, Hegel, Schelling als Professoren im Zusammenhang ihrer Lehrtätigkeit.
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“Keine Realität ist wesentlicher für unsere Selbstvergewisserung als die Geschichte. Sie zeigt uns den weitesten Horizont der Menschheit, bringt uns die unser Leben begründenden Gehalte der Überlieferung, zeigt uns die Maßstäbe für das Gegenwärtige, befreit uns aus der bewußtlosen Gebundenheit an das eigene Zeitalter, lehrt uns den Menschen in seinen höchsten Möglichkeiten und in seinen unvergänglichen Schöpfungen sehen.”
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“Woran du dich hältst, worauf du setzest, das ist eigentlich deine Gott.” luther
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“Wir haben uns nicht selbst geschaffen. Jeder kann von sich denken, es sei möglich gewesen, daß er nicht sei. Dies ist uns mit den Tieren gemeinsam. Aber dazu sind wir in unserer Freiheit, wo wir durch uns entscheiden und nicht einem Naturgesetz automatisch unterliegen, nicht durch uns selbst, sondern wir werden uns in unserer Freiheit geschenkt. Wir können, wenn wir nicht lieben, nicht wissen, was wir sollen, unsere Freiheit nicht erzwingen. Wenn wir frei entscheiden und erfüllt vom Sinn unser Leben ergreifen, so sind wir uns bewußt, uns nicht uns selbst zu verdanken. Auf der Höhe der Freiheit, auf der uns unser Tun notwendig erscheint, nicht durch äussern Zwang des nach Naturgesetzen unausweichlichen Geschehens, sondern als ineres Einverständnis eines gar nicht anders Wollenden, dann sind wir in unserer Freiheit als uns von der Transzendenz gegeben bewusst.”
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“Die Entscheidung hat auf jeder der drei Stufen ihren eigenen Charakter. Moralisch meint der Mensch seinen Entschluß denkend als den richtigen zu begründen. Ethisch stellt er sich aus der Verkehrung durch eine Wiedergeburt seines guten Willens wieder her. Metaphysisch wird er sich bewußt, sich selbst geschenkt zu sein in seinem Liebenkönnen. Er wählt das richtige, wird wahr in seinen Beweggründen, lebt aus der Liebe. Erst in der Einheit dieses Dreifachen geschieht die Verwirklichung des Unbedingten. Aus der Liebe zu leben, das scheint alles andere einzuschließen. Wirkliche Liebe macht zugleich die sittliche Wahrheit ihres Tuns gewiß. Darum sagte Augustin: Liebe und tue, was du willst. Aber es ist uns Menschen unmöglich, etwa allein aus der Liebe, dieser Kraft der dritten Stufe zu leben; denn wir geraten ständig in Abgleitungen und Verwechslungen. Daher dürfen wir uns auf unsere Liebe nicht blind und nicht für jeden Augenblick verlassen, sondern müssen sie erhellen. Und daher sind für uns endliche Wesen weiter unumgänglich die Disziplin des Zwangs, mit dem wir unsere Leidenschaften in unsere Gewalt bekommen, unumgänglich das Mißtrauen gegen uns selber wegen der Unreinheit unserer Motive. Wenn wir uns sicher fühlen, gehen wir gerade in die Irre. “
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