Die wahre Liebe – die reife Liebe, wie Fromm sie nennt – ist im Gegensatz dazu, eine Aktivität, der man nicht verfällt, sondern die man in sich selbst entwickelt. Sie ist ein Geben, nicht nur ein Empfangen. Ein Schenken, aus freien Stücken. In dem Wissen, dass man im Schenken der eigenen Liebe, seine eigene Stärke und Lebendigkeit erlebt. Dass man im Geben von Freude erfüllt ist. Dass das, was man von sich gibt, für den Gebenden eine Bereicherung darstellt. Man gibt von seinem eigenen Leben, von den eigenen Interessen und den eigenen Gefühlen. Und dafür ist es entscheidend, den eigenen inneren Kräften zu vertrauen und keine Angst zu haben, sich hinzugeben.
Die reife Liebe beinhaltet Fürsorge und Verantwortungsgefühl, Achtung und Erkenntnis des anderen. Nach Fromm erkennt man die wahre Liebe somit dadurch, dass man sich um den anderen kümmert und sich für seine seelischen Bedürfnisse verantwortlich fühlt aber ohne ihn beherrschen oder besitzen zu wollen. Man erkennt sie in dem Wunsch, dass der andere sich frei entfalten soll und sein dürfen, wer und wie er wirklich ist. Im Wunsch, die Essenz und das Wesen des anderen wirklich zu erkennen. In der Erlaubnis für den anderen, sich zu entwickeln, wie immer er möchte und was immer gut für ihn ist, unabhängig davon, was gut für mich ist.
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