Civaknas

“Die Entscheidung hat auf jeder der drei Stufen ihren eigenen Charakter. Moralisch meint der Mensch seinen Entschluß denkend als den richtigen zu begründen. Ethisch stellt er sich aus der Verkehrung durch eine Wiedergeburt seines guten Willens wieder her. Metaphysisch wird er sich bewußt, sich selbst geschenkt zu sein in seinem Liebenkönnen. Er wählt das richtige, wird wahr in seinen Beweggründen, lebt aus der Liebe. Erst in der Einheit dieses Dreifachen geschieht die Verwirklichung des Unbedingten. Aus der Liebe zu leben, das scheint alles andere einzuschließen. Wirkliche Liebe macht zugleich die sittliche Wahrheit ihres Tuns gewiß. Darum sagte Augustin: Liebe und tue, was du willst. Aber es ist uns Menschen unmöglich, etwa allein aus der Liebe, dieser Kraft der dritten Stufe zu leben; denn wir geraten ständig in Abgleitungen und Verwechslungen. Daher dürfen wir uns auf unsere Liebe nicht blind und nicht für jeden Augenblick verlassen, sondern müssen sie erhellen. Und daher sind für uns endliche Wesen weiter unumgänglich die Disziplin des Zwangs, mit dem wir unsere Leidenschaften in unsere Gewalt bekommen, unumgänglich das Mißtrauen gegen uns selber wegen der Unreinheit unserer Motive. Wenn wir uns sicher fühlen, gehen wir gerade in die Irre. “
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“Der Grund der Liebe aber, in der das Unbedingte gegründet ist, ist eins mit dem Willen zur eigentlichen Wirklichkeit. Was ich liebe, von dem will ich, daß es sei. Und was eigentlich ist, das kann ich nicht erblicken, ohne es zu lieben.”
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“Das Unbedingte als Grund des Handelns ist daher nicht Sache der Erkenntnis, sondern Gehalt eines Glaubens. Soweit ich die Gründe und Ziele meines Handelns erkenne, bleibe ich im Endlichen und Bedingten. Erst wo ich aus einem nicht mehr gegenständlich Begründbaren lebe, lebe ich aus dem Unbedingten.”
Sayfa 58·Kitabı okudu
„Seneca, Boethius, Bruno sind Menschen mit ihren Schwächen, ihrem Versagen, wie wir es sind. Sie haben sich selbst erst gewonnen. Sie sind darum wirkliche Wegweiser auch für uns. Denn Heilige sind doch Gestalten, die sich für uns nur in der Dämmerung oder in dem irrealen Licht mythischer Anschauung halten können, dem realistischen Zusehen aber nicht standhalten. Die Unbedingtheit, deren Menschen als Menschen fähig waren, gibt uns wirkliche Ermutigung, während das Imaginäre nur unwirksame Erbauung ermöglicht.“
Sayfa 56·Kitabı okudu
„Der Ursprung der Philosophie liegt zwar im Sichverwundern, im Zweifel, in der Erfahrung der Grenzsituationen, aber zuletzt, dieses alles in sich schließend, in dem Willen zur eigentlichen Kommunikation. Das zeigt sich von Anfang an schon darin, daß alle Philosophie zur Mitteilung drängt, sich ausspricht, gehört werden möchte, daß ihr Wesen die Mitteilbarkeit selbst und diese unablösbar vom Wahrsein ist. Erst in der Kommunikation wird der Zweck der Philosophie erreicht, in dem der Sinn aller Zwecke zuletzt gegründet ist: das Innewerden des Seins, die Erhellung der Liebe, die Vollendung der Ruhe.“
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