„Das Ideal unserer Kultur ist seit Jahrhunderten nicht Passivität, sondern Aktivität. Das zeigt sich in der Philosophie der Emotion, dank deren Leid und Schmerz inzwischen einen zentralen Platz in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion einnehmen. Von Augustinus bis zu Spinoza erklärten Philosophen, u unsere Gefühle einschließlich des Leids seien lediglich ein pas sives Empfinden und eine passive Interpretation der Welt und der Handlungen an anderer Menschen. Das gel te so lange, bis wir eine Kenntnis der Werte, eine De- finition von Gut und Böse und ein Verständnis der Tu gend entwickeln. Wenn uns das gelingt, haben wir nach cine ak Einschätzung dieser Philosophen die Chance, eine aktive Haltung einzunehmen.“