Am 2. Juli 1993 ereignete sich in Sivas eines der erschütterndsten Verbrechen der jüngeren Geschichte der Türkei: das Massaker im #Madimak-Hotel. An diesem Tag wurden 35 Menschen - darunter Intellektuelle, Künstlerinnen, Alevitinnen und Kulturschaffende - grausam ermordet. Sie kamen bei einem Brandanschlag ums Leben, der von einem fanatisierten Mob gelegt wurde. Die Opfer hatten sich zu einem Kulturfestival in Erinnerung an den Dichter Pir Sultan Abdal versammelt.
Der Mob bestand aus radikal-islamistischen Gruppen und Anhängern der rechtsextremen Grauen Wölfe.
Mit „Allahu Akbar"-Rufen und offenem Hass auf die alevitische und sakulare Kultur zog die Menge durch die Straßen, bevor sie das Madimak-Hotel belagerte und schließlich in Brand setzte. Wahrend die Flammen das Gebäude verschlangen, beobachteten viele der Täter das Geschehen mit hasserfüllter Genugtuung - sie wurden von Teilen der Gesellschaft unterstützt oder gar gefeiert. Der Staat griff nicht rechtzeitig ein.
Bis heute sind viele Fragen offen geblieben. Die juristische Aufarbeitung blieb lückenhaft, einige Täter wurden nie zur Rechenschaft gezogen, und der gesellschaftliche Umgang mit dem Massaker offenbart nach wie vor tiefe Risse in der türkischen Gesellschaft. Die systematische Diskriminierung von Alevit*innen, die Duldung religiös motivierter Gewalt und die Verflechtung nationalistischer Ideologien mit islamistischem Fanatismus wurden am 2. Juli 1993
auf tragische Weise sichtbar.
Das Massaker von #Sivas mahnt uns, nicht zu vergessen. Es ruft zur Wachsamkeit auf gegenüber religiösem Fanatismus, rechter Hetze und jeder Form von Intoleranz. Wir gedenken der Opfer - in tiefer Trauer, mit Respekt und in dem festen Entschluss, ihre Stimmen weiterzutragen. Erinnerung ist Widerstand.