Civaknas

„Ich bin überzeugt, daß sich der menschliche Charakter in der Tat ändern kann, wenn die folgenden Voraussetzungen gegeben sind: Wir leiden und sind uns dessen bewußt. Wir haben die Ursache unseres Unbehagens erkannt. Wir sehen eine Möglichkeit, unser Unbehagen zu überwinden. Wir sehen ein, daß wir uns bestimmte Verhaltensnormen zu eigen ma chen und unsere gegenwärtige Lebenspraxis ändern müssen, um unser Unbehagen zu überwinden.“
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„ In ihrer Philosophie ubd ihren Utopien setzten die theologischen nichttheologischen Humanisten der Renaissance die Linie des 13. Jahrhunderts fort; in der Tat existiert zwischen dem späten Mittelalter (der >mittelalterlichen Renaissance<) und der eigentlichen Renaissance keine scharfe Trennungslinie. Zur Chrakterisierung des Geistes, der in der Blüte- und Spätzeit der Renaissan herrschte, zitiere ich aus der Zusammenfassung von Frederick B. Artz: »In bezug auf die Gesellschaft vertraten die großen Denker des Mi alters die Ansicht, daß vor Gottes Angesicht alle Menschen gleich sein und selbst der geringste unendlich wertvoll sei. In wirtschaftlicher Hin sicht lehrten sie, daß Arbeit eine Quelle der Menschenwürde, nicht der Degradierung sei, daß kein Mensch für einen Zweck benutzt werden solle, der nicht seinem Wohl diene, und daß Löhne und Preise von Ge rechtigkeit diktiert sein müßten. In bezug auf die Politik lehrten sie. daR der Staat eine moralische Funktion zu erfüllen habe, daß die Gesetze und ihre Anwendung vom christlichen Geist der Gerechtigkeit getragen sein sollten und daß das Verhältnis zwischen Herrschern und Beherrschten stets auf gegenseitige Verpflichtung gegründet sein solle. Staat, Eigentum und Familie sind von Gott denjenigen anvertraut, die diesen vorste hen, und müssen dem göttlichen Willen entsprechend geleitet und verwal tet werden. Zu den mittelalterlichen Idealen zählte schließlich auch die feste Überzeugung, daß alle Nationen und Völker eine große Gemein schaft bilden. Wie Goethe sagte: Über den Nationen steht die Mensch heit, oder wie Edith Cavell 1915 am Abend vor ihrer Hinrichtung an den Rand ihres Buches Imitation of Christ schrieb: ›Patriotismus ist nicht genug.<„ Hätte sich die europäische Geschichte im Geiste des 13. Jahrhunderts
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„Wie ich den Begriff »religiös« hier verwende, bezeichnet er weder ein System, das notwendigerweise mit einem Gottesbegriff oder mit Idolen operiert noch gar ein System, das den Anspruch erhebt, eine Religion zu sein, sondern jedes von einer Gruppe geteilte System des Denkens und Handelns, das dem einzelnen einen Rahmen der Orientierung und ein Objekt der Verehrung bietet. In diesem weitgefaßten Sinn ist in der Tat keine Gesellschaft der Vergangenheit, der Gegenwart und selbst der Zukunft vor stellbar, die nicht »religiös« wäre.“
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“Der soziale Charakter hat eine weitere wichtige Funktion außer derjeni gen, den Bedarf der Gesellschaft an einem bestimmten Charaktertypus zu decken und die im Charakter wurzelnden seelischen Bedürfnisse des ein zelnen zu befriedigen. Darüber hinaus muß der soziale Charakter das in härente religiöse Bedürfnis jedes Menschen erfüllen.”
Sayfa 132·Kitabı okudu
„Es ist bemerkenswert, daß Lenin, der zunächst geglaubt hatte, charakterliche Qualitäten seien für die Eignung eines Menschen zum Revolutionär nicht entscheidend, seine Ansicht im letzten Jahr seines Lebens grundlegend änderte, als er Stalins charakterliche Mängel klar erkannte. In seinem Testament forderte er deshalb, Stalin dürfe wegen dieser Mängel nicht zu seinem Nachfolger bestellt werden.“
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