“Die ethnische und soziale Distanz, die den soziologischen Kern des Kolonialismus im 19. und 20. Jahrhundert ausmacht, lässt sich nirgendwo besser studieren als in der kolonialen Stadt, 146 Als zentrale Interaktions- und Konflikträume besaß sie für Ver- suche der Planung und Intervention in koloniale Gesellschaften eine besondere Bedeutung. Koloniale Städte hatten ihre unver- meidlichen Merkpunkte: Kathedrale, Regierungsgebäude und Konsulate, Zollhaus, Bahnhof, Kasernen, im Britischen Empire die Pferderennbahn und manchmal auch den Golfplatz. Ihr räumliches Grundmuster bestand in der teils naturwüchsigen, teils politisch herbeigeführten Segregation der Wohngebiete.”