Civaknas

„Daran muß du immer denken, was die Natur des Ganzen und was die deinige ist und in welchen Beziehungen diese zu jener steht, und von welchem Ganzen sie einen Teil bedeutet und daß es dir niemand wehren kann, im Reden und Handeln dich immer in Übereinstimmung mit der Natur, von der du ein Teil bist, zu befinden.“
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„Schmähe dich, schmähe dich, o Seele: dich zu ehren, wirst du keine Zeit mehr haben! Denn unser Leben ist so kurz. Dein eigenes ist nahezu beendet, und du hast keine Achtung vor dir selbst, sondern suchst dein Glück in den Seelen anderer!“
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„In der Morgenstunde sage zu dir selbst: Ich werde heute mit einem vorwitzigen, undankbaren, übermutigen, ränkesüchtigen, verleumderischen, ungeselligen Menschen zusammentreffen. All diese Fehler haften jenen an, weil sie das Gute und Böse nicht kennen. Ich aber habe eingesehen, daß das Gute seinem Wesen nach schön, das Böse seinem Wesen nach häßlich ist und die Natur des Fehlenden selbst mir verwandt ist, nicht weil wir von gleichem Blut und gleicher Abkunft wären, sondern da wir derselben Vernunft, der göttlichen Bestimmung teilhaftig sind. Auch kann mir keinet von ihnen schaden; denn niemand kann mich zum Schändlichen verführen. Auch kann ich dem, der mir verwandt ist, nicht zürnen oder ihm gram sein. Sind wit doch zur gemeinsamen Wirksamkeit geschaffen, wie die Füße, die Hände, die Augenlider, die obere und untere Kinnlade. Einander entgegenzuwirken, wäre also naturwidrig; entgegenwirken aber hieße es, wenn willen und Abscheu gegeneinander empfände.“
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„Von Apollonius habe ich die Geistesfreiheit, die die Bedachtsamkeit nicht ausschließt und in allem nie etw anderes als die Vernunft zum Leitstern wählt; ihm verdanke ich die stetige Seelenruhe auch unter den heftigsten Schmerzen, beim Verlust eines Kindes, in langwierigen Krankheiten. Er gab mir ein lebendiges Beispiel, wie man tiefen Ernst mit Nachsicht verbinden könne. Beim Unterricht war er nie verdrießlich und war auf seine Geschicklichkeit und Gewandtheit im Vortrag nie eingebildet. Endlich zeigte er mir auch, wie man sogenannte Gefälligkeiten von Freunden annehmen müsse, ohne dafür sich zu demütigen oder unerkenntlich sie außer acht zu lassen.“
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Civaknas

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Puan vermedi·240 syf.·
4 günde okudu
·
2024 4. kitabı
Waris Dirie
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