Civaknas

„Sie unterscheiden sich von jenen Lebensformen, die bloß der Erhaltung des Lebens dienen. So ist das auf Erwerb gerichtete Leben des Kaufmanns nicht frei. Für Hannah Arendt haben die drei freien Lebensweisen miteinander gemein, dass sie sich alle im Bereich des Schönen abspielen, das heißt in der Gesellschaft von Dingen, die nicht notwendig gebraucht werden, ja nicht einmal zu irgend etwas Bestimmtem nütze sind. Die Errettung des Schönen ist auch die Errettung des Politischen. Heute scheint die Politik nur noch von Notverordnungen zu leben. Sie ist nicht mehr frei.“
Sayfa 97·Kitabı okudu
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„Der Mensch ist nicht für die Arbeit geboren. Wer arbeitet, ist nicht frei. Der freie Mann ist für Aristoteles jemand, der unabhängig ist von den Notdüften des Lebens und dessen Zwängen. Ihm stehen drei freie Lebensformen zur gung, zunächst das Leben, das sich dem Genuss der schönen Dinge zuwendet, das Leben, das in der Polis schöne Taten hervorbringt, und zuletzt das kontemplative Leben, das durch Erforschung dessen, was nie vergeht, sich im Bereich immerwährender Schönheit aufhält. wirkliche frei sind demnach Dichter, Politiker und Philosophen.“
Sayfa 97·Kitabı okudu
„ Das Wuchernde des Gesunden ist als solches immer schon zugleich die Krankheit. Ihr Gegengift ist Krankheit als ihrer bewußte, die Einschränkung von Leben selber. Solche heilsame Krankheit ist das Schöne. Es gebietet dem Leben Halt und damit seinem Verfall. Verleugnet man jedoch die Krankheit um des Lebens willen, so geht das hypostasierte Leben vermöge seiner blinden Losgetrenntheit vom anderen Moment gerade in dieses, ins Zerstörende und Böse über, ins Freche und sich Brüstende. Wer das Zerstörende haßt, muß das Leben mithassen: nur das Tote ist das Gleichnis des nicht entstellten Lebendigen“ T. Adorno
Sayfa 96·Kitabı okudu
„Das Leben ist heute ein Überleben geworden. Das Leben als Überleben führt zur Hysterie der Gesundheit. Das Gesunde strahlt paradoxerweise etwas Morbides, etwas Lebloses aus. Ohne die Negativität des Todes erstarrt das Leben zum Toten. Die Negativität ist die belebende Kraft des Lebens.“
Sayfa 95·Kitabı okudu
„Hier gibt es nicht den Andere als Ausbeuter, der mich zur Arbeit zwingt und mich ausbeutet. Vielmehr beute ich mich selbst freiwillig in dem Glauben aus, mich zu verwirklichen. Ich verwirkliche mich zu tode. Ich optimiere mich zu tode. In diesem Kontext ist kein Widerstand, keine Aufstand, keine Revolution möglich.“
Sayfa 94·Kitabı okudu
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